Kontrollverlust in Wahlstedt Gefahr für die Wahlstedter Bürger?

Am Dienstag, den 08.09.2020 befuhr ein ,,Geister“zug das Industriegleis der Stadtwerke Wahlstedt. Die Waggons wurde mit lautem Gepolter und Geschepper auf dem Gelände des Asphaltmischwerkes und Baustoffhandels Wegener entladen.

Auf Nachfragen einer Anwohnerin bei der Firma Wegener, wer für diesen Krach zuständig sei, bekam sie den Namen einer anderen Firma genannt, für die diese Lieferung gewesen sei. Diese Firma sei auch für das Personal der Eisenbahn, für das Entladepersonal und für den LKW Abtransport zuständig gewesen. Man selbst hätte keine Materialanlieferung über das Industriegleis bekommen.

Der genannte Bausstoffhandel stritt aber vehement ab, eine Lieferung über das Wahlstedter Industriegleis bekommen zu haben.

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Auf Nachfrage bei den Stadtwerken – dem Betreiber des Industriegleises – wurde der Anwohnerin mitgeteilt, dass den Stadtwerken keinerlei Informationen vorliegen, wer bzw. welche Firma die Materiallieferungen in Auftrag gegeben hat.

Es herrscht also große Ratlosigkeit!

• Niemand weiß, welcher Eisenbahnzulieferer das Industriegleis an besagtem Tag benutzte,
• niemand weiß, wer beliefert wurde,
• niemand weiß, was geliefert wurde
• niemand weiß, wer den Auftrag erteilt hat!

Hui Buh lebt!

Ich glaube, die Wahlstedter müssen sich mehr Sorgen um ihre Gesundheit machen als ihnen bewusst ist.

Wenn eine solche Mauer des Schweigens aufgebaut wird, was wurde dann für wen geliefert?

Bleiben Sie gesund!

Ihre Christa Grütt

Rundbrief vom 16.09.2020

Liebe Anwohner/Innen, liebe Mitstreiter/Innen,
es ist wieder Zeit für einen kurzen Zwischenbericht unserer Aktivitäten.

Wir haben viele Beschwerden, Anfragen und IZG- Anträge (Anträge nach dem
Informationszugangsgesetz Schleswig-Holstein) an Behörden und andere öffentliche
Einrichtungen gestellt:

  • die Stadtwerke Wahlstedt
  • den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV)
  • das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR)
  • das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD)

Die Stadtwerke Wahlstedt haben uns die Bearbeitung eines nach IZG-SH gestellten Antrag
über den Schüttgutumschlag, der über das Industriegleis für das Asphaltmischwerk und den Baustoffhandel Wegener stattfindet, nur kostenpflichtig (ca.1000 !!! Euro) in Aussicht gestellt.

Die Landesverordnung über Kosten nach dem Informationszugangsgesetz für das Land SchleswigHolstein vom 21. März 2007 besagt Folgendes:

  1. Für die Bereitstellung von Informationen aufgrund des Informationszugangsgesetzes für das Land Schleswig-Holstein vom 19. Januar 2012 (GVOBl. Schl.-H. S. 89) werden Kosten (Gebühren und Auslagen) erhoben. Die gebührenpflichtigen Amtshandlungen und die Höhe der Kosten ergeben sich aus dem beigefügten Kostentarif; er ist Bestandteil dieser Verordnung.
  2. Soweit im Falle eines Informationsbegehrens mehrere gebührenpflichtige Tatbestände entstanden sind, dürfen die Gebühren einen Betrag von insgesamt 500 Euro nicht übersteigen.
  3. Auslagen werden zusätzlich zu den Gebühren und auch dann erhoben, wenn die Amtshandlung gebührenfrei erfolgt.

  • Der LBV hat uns einen Teil dieser Unterlagen sofort unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eine von uns eingereichte Beschwerde an das ULD über dieses Vorgehen der Stadtwerke wird derzeit bearbeitet.
  • Eine Beschwerde über die Lärmbelästigung durch das nächtliche zehnmalige Getute (am 11.08.20 um 3:28 Uhr) der Eisenbahn auf dem Industriegleis wurde an den LBV gemeldet.
  • Das LLUR wurde wieder jedes Mal durch Zuschriften, Telefonate und kurze Videoaufnahmen über die Staubimmissionen, den Lärm sowie den Gestank entstehend durch den Entladebetrieb und/oder den Betrieb des Asphaltmischwerkes informiert. Die Aufnahmen sprachen Bände und waren nicht wegzudiskutieren. Einige Videos zeigten zusätzlich, dass z.B. am 05./06.08.2020 aus vier verschiedenen Stellen tiefschwarzer Qualm in großen Mengen über uns in Wahlstedt verteilt wurde! An diesem Tag wurde auch ein starker Gestank von den Anwohnern wahrgenommen.
Extremer Qualm
Qualm auf der Rückseite
  • Wir fordern weiterhin eine Erfassung aller diffusen Emissionen auf dem Gelände des Asphaltmischwerkes Wegener, da die extremen Staubimmissionen beim Verladebetrieb nicht hinnehmbar sind. Videos und Fotos über diese Vorfälle sind auf unserer Website: www.bürgerprotest-asphaltmischwerk-wahlstedt.de einsehbar.
  • Der Landtagsabgeordnete Herr Weber (SPD) hat sich am 11.08.2020 persönlich ein Bild über die vom Asphaltmischwerk Wegener und dem Entladebetrieb über das Industriegleis ausgehenden Belastungen gemacht. Wir sind in Kontakt.
  • Eine zweite ergänzende Stellungnahme wurde in Auftrag gegeben und nun an uns übergeben. Zu lesen auf unserer Website.
  • Die Versammlung zur Gründung des Bürgerprotest-Asphaltmischwerk-Wahlstedt als eingetragener Verein fand am Sonntag, den 30.08.2020 nach ,,Coronabedingter“ Verzögerung nun endlich statt. Wir suchen weiterhin Unterstützer für ein lebenswertes Wahlstedt..
  • Ein Treffen unserer Initiative ist in Planung und wird demnächst bekannt gegeben.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Engagement auch weiterhin unterstützen – mit Worten, tatkräftiger Mitarbeit und finanzieller Hilfe. Dafür danken wir Ihnen schon jetzt!

Bleiben Sie gesund!
i.A.
Ihre Christa Grütt

Zulassungsvoraussetzungen für eine Asphaltmischanlage in Augsburg-Lechhausen aus toxikologischer Sicht von Dr. Hermann Kruse

Dieser Beitrag aus dem Jahre 2012 kritisiert den Genehmigungsprozess einer Asphaltmischanlage im Südwesten Bayerns. Er könnte auch für das Asphaltmischwerk in Wahlstedt geschrieben worden sein…

Originaldokument (PDF) anzeigen: Hammerschlag Dezember 2012

Hitzekoller?

Manchmal treibt die Hitze einige Menschen zu seltsamen Aktionen.
Der Wahnsinn hat jedenfalls seit gestern einen Ort:
Marktplatz Nr. 3 in Wahlstedt!

Da fordert ein Bewohner dieses Ortes doch tatsächlich Wahlstedterinnen auf, ihre Grundstück zu begrünen, da das so im Grundbuch steht.
Er sucht immer nach Lösungen und ist darum bemüht die Belastungen für die Anwohnerinnen im Rahmen des Möglichen zu reduzieren.
Er möchte jetzt durch die Begrünung, die übrigens seit Urzeiten vorhanden ist,
verhindern, dass der Gestank des Asphaltmischwerkes die Einwohner Wahlstedts nicht mehr erreicht!


Frage: Wo nur bekommt man solche Mammutbäume her?
Sie müssten die weiträumigen Immissionen abhalten können, die sich bei entsprechender
Windrichtung vom Asphaltmischwerk trichterförmig über das ganze Stadtgebiet und
darüber hinaus verteilen.
Vielleicht können die Chinesen helfen. Die sind ja Weltmeister im Mutieren.


Tatsache ist: Es gab eine zusätzliche Begrünung vor dem Asphaltmischwerk in Richtung
Heideweg!
Eine Firma in Wahlstedt hat sie einfach beseitigt.
Keiner hat damals etwas dagegen unternommen!
Selbst die Partei nicht, die sich auf die Fahne geschrieben hat, die Natur und Umwelt zu
schützen.


Hmmm, als diese Entfernung des Grünstreifens stattfand, war es vielleicht auch gerade
etwas heiß!


Auf jeden Fall könnte man jede Menge Armutszeugnisse ausstellen, wenn der Sache
dadurch geholfen würde!
Aber solange sich das hiesige Asphaltmischwerk nicht an die Auflagen hält, wird wohl
weiterhin kein Aufenthalt im Freien möglich sein, wenn Recyclingmaterial (Alt-Asphalt)
und Polymere (Kunststoffe) verarbeitet werden.

Eine schöne Aussicht in der ach so klimabewussten, mit einem leibhaftigem Klimamanager gesegneten Stadt im Grünen.

Christa Grütt 12.08.2020

Wie Feinstaub und Demenz zusammenhängen

Dicke Luft

Mit der Menge an Feinstaub nehmen auch die Demenzfälle in einer Region zu. Neuere Untersuchungen zeigen, wie die Partikel von Lunge und Nase zum Gehirn gelangen und dort Schäden anrichten können.

Weiterlesen: https://www.spektrum.de/news/wie-feinstaub-und-demenz-zusammenhaengen/1755464

Ausbreitunggsgebiet der Emissionen, die nach TA Luft in das Beurteilungsgebiet emittiert werden können. Quelle: Umweltnetzwerk

Asphaltmischwerk Wahlstedt: Anwohner hoffen auf Landtag

Über keines der 18 Asphaltmischwerke in Schleswig-Holstein gibt es so viele Beschwerden wie über das in Wahlstedt – Jetzt ist das auch Thema beim Land

Lübecker Nachrichten, 08.07.2020
Die Lübecker Nachrichten berichten am 08.07.2020 über das Asphaltmischwerk in Wahlstedt. https://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Asphaltmischwerk-Wahlstedt-Jetzt-befasst-sich-auch-das-Land-damit

Weiterführende Informationen zur Anfrage von Dr. Stefan Weber:

Link zum Vorgang im Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein

Anfrage und Antwort im PDF Format:

Kleine Anfrage Stefan Weber (SPD) und Antwort Minister/in für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung 26.06.2020 Drucksache 19/2202

Pressemitteilung, 07.07.2020

Seitdem die Wahlstedter Politiker sich im Jahr 2006 in geheimer Abstimmung für den Bau des Asphaltmischwerks in Wahlstedt ausgesprochen haben, reißen die Klagen der Anwohner über Lärm, Staub und Gestank nicht ab.


Nicht nur Politiker sind über die Hintergründe und Fakten nicht richtig informiert:

  1. Das Asphaltmischwerk wurde in einem Gebiet errichtet, für das es keinen Bebauungsplan gab.
  2. Seit Aufstellung eines Bebauungsplans 2013 steht das Werk in einem Gewerbegebiet, nicht in einem Industriegebiet.
  3. Im heute besonders belasteten Areal standen schon vor Errichtung des Werks Wohnhäuser.
  4. Die Betriebsgenehmigung des Werks war fehlerhaft, da die Immissionsrichtlinie (TA Luft) einen Mindestabstand von 500 Metern zu Wohngebieten fordert. Aber die Entfernung zum Heideweg beträgt nur 150 Meter. Einzelne Wohnhäuser liegen noch näher am Werk. Wie ein Gutachter festgestellt hat, hätte das Werk an dieser Stelle nie errichtet werden dürfen!
  5. Die Forderung nach Staubmessungen beim Verladebetrieb am Industriegleis und bei Tätigkeiten auf dem Werksgelände verhallten ungehört. Noch nie wurden vor Ort dies diffusen Feinstaubemissionen gemessen! Ist also von werksseitig vorgenommenen Staubmessungen die Rede, so beziehen sich die Aussagen des AMW auf Staub aus dem Schornstein.
  6. Auf die Frage, was dort verladen wird und ob die Materialien Quarzanteile (ein Mineral, das die menschliche Gesundheit besonders gefährdet) enthalten, erhielt die Bürgerinitiative nie eine Antwort.
  7. Der Gestank, der vom AMW ausgeht, wird hauptsächlich durch die im Freien stattfindende Asphaltverladung auf LKW und diffuse Abgasfreisetzungen erzeugt.
  8. Die Verladung erfolgt ohne Erfassung der aerosolhaltigen Abgase, die unsere Atemluft unerträglich belasten.
  9. Bei der Kaltzugabe von sogenanntem RC-Asphalt (Wiederverwerteter Alt-Asphalt) werden große Mengen an Abgasen erzeugt, die stoßweise aus der Anlage austreten.
  10. Dies geschieht seit Jahren mit Wissen des LLUR, obwohl laut Betriebsgenehmigung alle Abgase über den Schornstein abgeleitet werden müssen.
  11. Durch Erlass eines Bescheides zur Geruchsbelästigung versucht das LLUR, Anwohner zum Schweigen zu bringen.
  12. Dies, obwohl das LLUR noch nie die in den Richtlinien GIRL (Geruchs-Immissionsrichtlinien) vorgesehene Einzelfallbetrachtung angewendet hat, die eine qualitative Betrachtung des Geruchs und Reduzierung der erlaubten Geruchs Jahresstunden vorgibt.
  13. Wiederholt wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert, weil auf dem Werksgelände tage- und nächtelang kokelnde und stinkende Fehlchargen produzierten Asphalts deponiert wurden – laut Betriebsgenehmigung unzulässig, weil gesundheitsgefährdend.
  14. Anwohner fordern besondere Schutzmaßnahmen, die über den technischen Standard
    hinausgehen (z.B. Einhausung von emittierenden Betriebsabläufen).
  15. Seit Jahren versucht das LLUR, die Lärmbelastung der Anwohner in einzelne Häppchen zu zerlegen. Die Gesamtbelastung ist noch nie erfasst worden.
  16. Wir haben nie eine Antwort auf die Frage erhalten, auf welcher Rechtsgrundlage das LLUR das Immissionsschutzgesetz, die Richtlinien der Bund-Länder-Kommission (LAI) und die schleswig-holsteinischen Verwaltungsvorschriften dazu nicht anwendet. Die Verantwortung für den Gleisbetrieb des Industriegleises obliegt den Stadtwerken.
  17. Die Stadt Wahlstedt ist als Betreiber der Stadtwerke insofern auch deren Nutznießer, als ihr ein Teil von deren Einnahmen zufließen.
  18. Im Beirat der Stadtwerke Wahlstedt sitzen neben unserem Bürgermeister sechs Politiker aller in Wahlstedt vertretenen politischen Parteien.
  19. Der Beirat hat wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Stadtwerke und ist
    informiert über ihr Handeln.
  20. Der LBV hat schon seit Jahren wiederholt Lärmmessungen des Verladebetriebs am
    Industriegleis gefordert, sie wurden aber erstmals im Mai 2020 – nach 14 Jahren
    Betriebszeit!!!
    – von den Stadtwerken umgesetzt (Hierzu musste erst ein offizieller
    Bescheid des LBV an die Stadtwerke Wahlstedt ausgestellt werden!)
  21. Für die Forderung dieser Messung hat sich kein Wahlstedter Politiker öffentlich eingesetzt.
  22. Die Lärmmessung fand ohne die sonst erheblichen Hintergrundbelastungen
    (Werksbetrieb, LKW- und Radladerverkehr) statt. Die Begleitumstände während der
    Messungen waren atypisch.
  23. Die Herausgabe der Lärmmessergebnisse wurde bis zum 30.06.2020 verweigert.
  24. Fast alle von der BI angeschriebenen Politiker haben sich auf die Frage ausgeschwiegen, ob sie von den wiederholten Aufforderungen des LBV (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr) an die Stadtwerke gewusst haben, man solle Lärmmessungen beim Verladebetrieb des Industriegleises vornehmen.

    Allein eine Partei räumte in einem Schreiben an die BI BÜRGERPROTEST
    ASPHALTMISCHWERK WAHLSTEDT ein, seit ca. 5 Jahren informiert gewesen zu sein.